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Ernst Juengers "Innere Emigration" Juergens, Thorsten Arnd

Abstract

Diese These ist ein Versuch, Ernst Juengers innere Emigration waehrend der Hitlerjahre zu behandeln, um damlt einen Beitrag zum Verstaendnis und zur Klaerung des Begriffs "innere Emigration" zu bringen. Im ersten Kapitel wird der Begriff der inneren Emigration im allgemeinen besprochen, die Entstehungsgeschlchte des Konzepts und die Moeglichkeit einer unabhaengigen Existenz im totalitaeren dritten Reich. Nach dieser Einfuehrung wendet sich die Diskussion den Werken Juengers zu. Die Werke, die gewaehlt wurden, sind folgende: das Essay Das abenteuerliche Herz, beide Fassungen (I929, 1935), der Roman Auf den Mar- morklippen (1942), die Tagebuecher Strahlungen einschl. dem Nachkriegstagebuch Jahre der Okkupation und die Essays Ueber die Linie (I950) und Per Waldgang (1951). Durch die Auswahl der Werke wurde versucht, ein zusammenhaengendes Bild von Juengers Gedankenwelt von der Vorhitlerzeit, durch die Hitlerzeit bis in die Spaetnachkriegszeit zu geben. Hieraus wird erkenntllch, dass Juenger schon vor der Hitlerdiktatur ein verfremdeter Individualist der verinnerlichung und ein Pessimist in Hinslcht auf die Kulturentwicklung war. Seine introvertierte Existenz und seine Gedankenwelt erleichtern den Gang in die innere Emigration, die die schon zuvor bestehenden Veranlagungen nur verstaerkte. Waehrend der Hitlerjahre waechst Juengers intellektueller Widerstand zu neuen Formen. Doch werden die Erlebnisse an der Ostfront zu einem Wendepunkt, denn hier erlischt in ihm im Angesicht der Greueltaten beinahe der musische Mensch. Anstatt zu kapitulieren, wendet sich Juenger zum Gegenkampf und geht durch Der Friede (1944) zum aktiven geistigen Widerstand ueber, Auch in der Nachkriegszeit blieb Juenger ein intellektueller Einzelgaenger, denn die Technokratie in Gestalt der Atombombe und der Nihilismus bleiben eine totalitaere Gefahr fuer das Individuum. Juengers Schicksal war das eines hohen Geistes, der In einer ihm fremden Zeitepoche des kulturellen Verfalls lebte. Die Hitlerdiktatur sowie die innere Emigration waren nur Steigerungen der allgemeinen Entwicklung der faktischen Umwelt, dem Niedergang einer Kulturepoche; von ihr wendet Juenger seinen Blick ab und erkennt einen metahistorischen Weltenplan der Urmaechte. Juenger relativiert also die totalitaere Umwelt durch sein metaphysisches Wertbewusstsein und nur aus diesem heraus kann Juengers innere Emigration beurteilt werden.

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